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Anna Amalia von Preußen (geb. 9.11.1723 in Berlin; gest. 30.3.1787 in Berlin) blieb Zeit ihres Lebens unverheiratet. Genau wie ihr Bruder Friedrich und ihre Schwester Wilhelmine war auch Anna Amalia sehr musikliebend. Doch hatte sie einen deutlich konservativeren, fast rückwärts gerichteten Musikgeschmack. Sie schätzte den alten, kontrapunktisch gepägten Musikstil und verschmähte Musik, deren einziges Ziel darin bestand, gefällig zu wirken und dem Ohr zu schmeicheln. Eine systematische musikalische Ausbildung blieb Anna Amalia lange Zeit versagt. Doch dann machte sie Bekanntschaft mit dem Komponisten und Bach-Schüler Johann Philipp Kirnberger und wurde ab 1758 seine Schülerin.
Damit begann für Anna Amalia ein neuer Lebensabschnitt. Sie komponierte Choralsätze, Kantaten und ein Oratorium, aber auch Kammermusik. Und sie legte eine Musiksammlung an mit Werken von Komponisten, die ihr am Herzen lagen, darunter Palestrina, Händel und Bach. Mit zunehmendem Alter geriet Anna Amalia am Hofe immer mehr in die Rolle einer Außenseiterin. Sie wirkte schroff und verbittert, und schockierte ihre Umwelt mit ihrer abweisenden, oft verletzenden, mitunter sogar sarkastischen Art.
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